Rente im Ausland: Vorsicht Steuerfalle!

Auf einen Blick
  • Grundsätzlich kann jeder, der eine gesetzliche Rente in Deutschland bezieht, sich diese auch in sein gewähltes Auslandsdomizil überweisen lassen.
  • Jedoch müssen Ruheständler, die ihren Lebensabend im Ausland verbringen, mit steuerlichen Konsequenzen rechnen.
  • Die zuständige Behörde für alle Rentenempfänger mit Wohnsitz im Ausland ist das Finanzamt Neubrandenburg (RiA).

Steuerfalle “beschränkte Steuerpflicht”

Wer nur die Wintermonate im sonnigen Süden verbringt und ansonsten seinen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland beibehält, bleibt vollkommen im Steuernetz der Bundesrepublik Deutschland verfangen. Man unterliegt der unbeschränkten Steuerpflicht und deklariert in seiner jährlichen Steuererklärung alle Einkünfte mitsamt aller Renten. Verheiratete profitieren vom Splittingtarif und man kann diverse Kosten steuersparend geltend machen. Das führt vielfach dazu, dass Ruheständler unter dem Strich keine oder nur geringe Steuern bezahlen müssen.

Da Frau Hartig nach ihrem Umzug nach Schweden jedoch keinen deutschen Wohnsitz mehr hat, ist sie nur noch beschränkt steuerpflichtig. Das hört sich zwar erst mal gut an, weil es so klingt, als wenn man weniger Steuern zahlen müsste. Doch das ist die eigentliche Steuerfalle für Auslandsrentner, denn das Gegenteil ist der Fall. Als beschränkt Steuerpflichtiger wird man vom deutschen Fiskus nämlich höher besteuert als ein vergleichbarer Steuerzahler mit Inlandswohnsitz. Grund: Man hat kein Anrecht auf den Grundfreibetrag von 9.168 Euro (2019), Verheiratete werden trotz Trauschein wie ein Single besteuert und man darf keine Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

Auch den Steuerrabatt für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen bekommen sie nicht. Das bedeutet, dass auf den kompletten steuerpflichtigen Anteil der Rente vom ersten Euro an Steuern fällig werden – und somit selbst Kleinstrenten Steuerforderungen des Finanzamtes auslösen.

Bittere Konsequenz für Roswitha Hartig: Von ihren 12.450 Euro Jahresrente im Jahr 2017 hat das Finanzamt nur ihren steuerfreien Anteil von 3.860 Euro und den Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro abgezogen. Für die restlichen 8.488 Euro hat das Finanzamt Steuern berechnet. So kam es allein für 2017 zu einer Nachzahlung von über 1.914 Euro – siehe auch Rechenbeispiel weiter unten.

https://new.biallo.de/recht-steuern/news/rente-im-ausland-vorsicht-steuerfalle/#

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