Nach Corona wird wie vor Corona sein. Auswanderung der Deutschen wird anhalten

Nach Corona wird wie vor Corona sein.  Auswanderung der Deutschen wird anhalten

Viele die im März dieses Jahres die spektakuläre Rückführung der durch Corona gestrandeten 200 Tausend Landsleute gesehen hatten, werden sich vielleicht nicht ohne gewisse Schadenfreude gedacht haben: Schaut mal hin! Wenn es ernst wird, kommen doch alle wieder zurück nach Hause! Auswanderung ist auch keine Lösung!

Diese Optimisten werden sich in dreifacher Weise geirrt haben. Ersten handelte es sich hier primär um Touristen, zweitens war die Massenrückführung eine international abgestimmte weltweite staatliche Aktion und kein Goodwill des Herrn Maas und drittens umfasste sie nicht die im Ausland offiziell lebenden Deutschen die nicht rückkehren wollten, weil sie Job, Firma und eine Zukunft hatten.

Kurzum: die Aktion betraf die Auslandsbesucher und nicht die echten Auswanderer.

Das Erfassungsproblem – offizielle (offene) und die inoffizielle (stille) Auswanderung

Das Auswanderungsphänomen ist viel dramatischer als es die auf Personenabmeldungen bei den Einwohnermeldeämtern basierenden offiziellen Statistiken erfassen. Wer meldet sich schon ohne Not ab, wenn er dadurch die – ihm im Inland rechtlich zustehenden – Vorteile des Sozialstaates verliert oder eingeschränkt bekommt? Das muss so wenig sein, wie wenig auch „das Amt“ zu wissen braucht, wo ich mich gerade aufhalte – sagen sich die Betroffenen

Zu dieser Gruppe der „stillen“ Auswanderer zählen nicht nur die Hartz IV – Leute – sie sollen schon in Bangkok eine eigen Meile haben, – sondern auch die „Armutsrentner“, welche es nach Südeuropa (Bulgarien, Rumänien, Ungarn), die deutschen Spätaussiedler die in ihre alte Heimat (Polen, Rumänien, weniger nach Russland) wollen oder die hochkarätigen Spezialisten die in den reichen USA, Australien oder in Kanada Karriere suchen. http://www.pi-news.net/2019/01/immer-mehr-deutsche-rentner-wandern-nach-osteuropa-aus/ Ein Abmeldezwang im Heimatland wird nur sehr selten in den Zielländern verlangt.

Wer die amtlichen Statistiken analysiert, sollte zwischen den Ein- und Auswanderungen von Deutschen („Passkriterium“) und aus Deutschland sowie zwischen den Bestandzahlen (wie viel sind insgesamt schon ausgewandert?) und den jährlichen Veränderungen (was kommt Jahr für Jahr noch dazu?) unterscheiden. Die Statistiken verwirren zusätzlich, wenn das Kriterium Migrationshintergrund hinein gedrängt wir. Unter der Berücksichtigung vorgenannter Aspekte beträgt die Zahl der seit 2006 bis heute ausgewanderten Deutschen mehr als einer Million.

Hier eine sehr konservative Schätzung:

  1. Ausgangsbestand 2018 und später           680.000 (625.000 bis 2018, siehe oben)
  2. Auslandsrentner                                      240. 000 (aus Deutschland an Deutsche gezahlte Renten)
  3. nicht abgemeldete Spätaussiedler 000    100.000   (Renten/Einnahmen von Privatkonten)
  4. nicht abgemeldete aktive Auswanderer     30.000 (Spezialisten, „Gastarbeiter“, Selbständige)
  5. nicht abgemeldete passive Auswanderer   50.000 (Hartz-IV-Bezieher)

gesamt                                                                  1.100.000 Personen

Quellen:https://www.dia-vorsorge.de/gesetzliche-rente/zahl-deutscher-auslandsrentner-steigt-weiter/ , AfD – Fraktion Hessischer Landtag, eigene Schätzungen.

Dazu noch zwei Bemerkungen: Obwohl die Zahl erschreckend ist, wollen noch mehr auswandern als schon geschehen, haben aber keinen Mut dazu. http://prawda24.com/deutsche-wollen-auswandern-haben-dazu-aber-keinen-mut/. Und: Inwiefern es sich bei den „Kategorien“ drei bis fünf nicht um eine echte Auswanderung, sondern eher um einen „Besuch“ handelt, wird schwer zu schätzen sein. Jede Schätzung wirft Probleme auf. Wer über andere Zahlen verfügt, bitte melden.

Das Bewertungsproblem – wieviel verliert das Land durch die Emigration

Um dieses heikle Thema zu beantworten, dürfen die Auswanderer nicht einfach in Leistungsträger (Rentner wären wohl dazu zu zählen, oder?) und in Mußegänger eingeordnet werden.  Ein klassisches Bewertungskriterium ist das entgangene Einkommen inklusive Steuern und bei den Beziehern von Transferleistungen verlorene Kaufkraft. Ein weiteres sind die Kapital- und Spargeldabflüsse.

Bei der offiziellen Emigration liegen aussagekräftige Verdienstzahlen vor, auswanderungswillig sind bekannterweise Junge, Hochqualifizierte und Akademiker. https://www.focus.de/finanzen/news/neue-studie-domaene-der-hochqualifizierten-hunderttausende-deutsche-wandern-aus_id_11424311.html. Deren Beitrag zur Wertschöpfung sollte überproportional sein.

Über das Tabu-Thema, den volkswirtschaftlichen Gesamtschaden traut sich wegen der staatlichen Subventionierung kein systemkonformes Wirtschaftsforschungsinstitut (DIW & Co.) zu recherchieren. Aber auch von der Opposition hört man dazu nichts. Ein nachggogeln zeigt, dass mindestens zehn als Forschungsinstitute bezeichnete Einrichtungen sich hierzulande mit Migrationsfragen befassen. https://www.google.com/search?q=forschungsinstitute+f%C3%BCr+migration&oq=forschungsinstitute+f%C3%BCr+migration&aqs=chrome..69i57j0l2.15280j0j8&sourceid=chrome&ie=UTF-8

Was wird sich in der Nach-Corona-Zeit ändern?

Ein kurzer Faktencheck für die Auswanderungsgründe zeigt weiter, dass sich hierin folgende zwei Dinge verändert haben werden – leider nicht zum Besseren. Die Zahl der Job losen wird rapide zunehmen und damit auch die Zahl der potentiellen Auswanderer. Aber auch die unter dem Deckmantel der Corona-Folgen zunehmende Staatsbevormundung akzeptieren immer weniger Leistungsträger.

Ein externes Hindernis könnten die erhöhten Aufnahmehürden der Zielländerbei im Falle der offiziellen Emigration bilden. Die EU stellt hier Problem dar – wenigstens etwas positives bringt die Brüsseler Wertegemeinschaft. Alle anderen Länder hätten an einer Verschärfung kein logisches Interesse.

Der deutsche Staatsapparat ist ebenfalls zu berücksichtigen. Er sollte einerseits nicht das Personal aufbringen können um neuen Hunderttausenden Transfergeldempfänger am Verlassen des Landes zu hindern. Andererseits mag der Deutsche Uniformen und Kontrollen. Hier könnte es auf diese Gruppe mit eventuellen Abmeldepflichten und Kontrollen der Passtempel noch einige Überraschungen geben.

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